MetroLog-Konferenz 2026: Logistik als Chance

Stades stellvertretende Bürgermeisterin Melanie Reinecke eröffnete den offiziellen Konferenzteil der MetroLog. Foto: PicselwebStades stellvertretende Bürgermeisterin Melanie Reinecke eröffnete den offiziellen Konferenzteil der MetroLog. Foto: Picselweb

Es ist der Hotspot der Logistik-Community im Großraum Hamburg: Bereits zum neunten Mal fand jetzt die Logistikkonferenz MetroLog statt. Rund 100 Teilnehmende aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft folgten der Einladung der Logistik-Initiative Hamburg, der Hansestadt Stade und des Landkreises Stade in die Kreisstadt.

Im Stadeum eröffneten Stades stellvertretende Bürgermeisterin Melanie Reinecke, und Prof. Dr. Wolfgang Kersten, Vorstandsmitglieder der Logistik-Initiative Hamburg, den offiziellen Konferenzteil der MetroLog. „Das Entwicklungspotential im Landkreis ist hoch. Die enge Verbindung von Industrie, Hafen, Infrastruktur und Logistik macht Stade zum starken Partner Hamburgs in allen Entwicklungsfragen“, so Reinecke.

Der digital dazugeschaltete Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen Niedersachsens Grant Hendrik Tonne, sowie Dr. Christopher Schwieger, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation Hamburg, betonten in Ihren Eröffnungsreden die Bedeutung der Zusammenarbeit im Wirtschaftsraum Metropolregion Hamburg für die Zukunft. Gemeinsam könne man die Chancen für die Logistikwirtschaft in der westlichen Metropolregion Hamburg entlang der Elbe stärken und auch in Berlin für die Relevanz standortstrategisch relevanter Projekte einstehen.

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In den anschließenden Fachvorträgen, wurden unter Moderation von Jürgen Glaser (Süderelbe AG), die Bedeutung der Industrie-, Hafen- und Logistikwirtschaft sowie Infrastrukturelle Entwicklungen in Stade genauer beleuchtet. Lars Kolk, Stadtrat der Hansestadt Stade zeigte auf, wo der Standort steht und wie dieser infrastrukturellen Herausforderung erfolgreich begegnet. Als einer der größten Chemiestandorte Europas vermisse man jedoch einen entsprechenden Rückhalt und Unterstützung bei wichtigen infrastrukturellen Planungen, so auch beim Industriegleis 1263.

Eine weitere Infrastrukturmaßnahme, die Nordhafenerweiterung des Multipurpose-Terminals, umriss Markus Schlichting , Vorsitzender des Seehafen Stade e.V.. Die gesamte Fertigstellung des Hafens werde aktuell für 2034 erwartet, mit Kosten von ca. 350 Mio. Euro. Bis 2040 plane man dann mit einer Umschlagsprognose von ca. 6,4 bis 7,15 Mio. Tonnen im Seeverkehr, sowie ca 1,2 Mio. Tonnen im Binnenverkehr.

Die Fachvorträge im zweiten Teil der MetroLog-Konferenz erweiterten den Blick auf die gesamte Metropolregion Hamburg und zeigten, welche Rolle Wasserstoff für die Logistik als Innovationstreiber spielen kann. Sonja Leykam, Direktorin von Hanseatic Hydrogen, zeigte am Beispiel Stade, wie eine vernetzte Energiedrehscheibe mit grünem Wasserstoff aus regionaler Produktion zur resilienten Energieversorgung Deutschlands beitragen könne. Damit der Wasserstoffmarkt ins Rollen komme, brauche es aus ihrer Sicht vor allem klare politische Rahmenbedingungen, ein stärkeres Bekenntnis zur eigenen Versorgungssicherheit, um sich geopolitisch abzusichern sowie gezielte heimische Projekte. Mehr Tempo im Hochlauf, mehr Planungssicherheit und Bekenntnisse entlang der Wertschöpfungskette seien dafür zentrale Voraussetzungen.

Ein konkreter Anwendungsbereich in der Logistik steht laut Dr. Daniel Kipp, Leiter des Netzwerks H2.N.O.N., bereits in den Startlöchern. Wasserstoffbetriebene LKW – sowohl mit Brennstoffzelle als auch mit H2-Verbrennungsmotor – könnten nach Herstellerprognosen künftig einen relevanten Anteil am europäischen Schwerlastverkehr einnehmen. Die Wasserstoffverfügbarkeit via Tankstellen hemme diese Entwicklung. Unterstützung böten einschlägige Förderprojekte sowie perspektivisch die Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote), die ein deutliches Preissenkungspotenzial für Wasserstoff an Tankstellen eröffnen könne. Der Bundestag hat die Novelle am 23. April 2026 beschlossen; der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen.

Als Geschäftsführer einer Spedition und Vizepräsident der IHK Elbe-Weser schloss Andreas Meyer die Fachbeiträge mit einem Blick aus der Praxis ab. „Wenn Wasserstoff weiter vorangetrieben werden soll, braucht es noch mehr politischen Anschub, um in Deutschland flächendeckend grünen Wasserstoff zu etablieren und Investitionen zu fördern“, so Meyer. Aktuell dominiere klar der Elektroantrieb. Insgesamt brauche das Gewerbe der Region von der Bundespolitik unabdingbar mindestens mittelfristige Planungssicherheit für Investitionen, um Zukunftssicherheit für die heimische Wirtschaft zu kreieren. Eine Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs sei im Grundsatz mittelfristig möglich – mit den richtigen politischen Rahmensetzungen.

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Noch vor der Fachkonferenz im Stadeum hatte am Vormittag eine Bustour mit Besuch des Dow-Werks Stade, des im Bau befindlichen LNG-Terminals sowie des Seehafens Stade die Besucher gelockt. An Bord erfuhren die Teilnehmenden Details über den spezialisierten Transport, die Lagerung und das Handling von Chemikalien sowie über die aktuellen Entwicklungen im Industriepark Stade, mit dem Aufbau des LNG-Terminals und der Wasserstoffproduktion.

„Wir freuen uns, den vielen Gästen dank der interessanten Vorträge und Diskussionen sowie der informativen Exkursion zahlreiche Informationen und Einblicke in den Energie- und Logistikstandort Stade sowie die westliche Metropolregion Hamburg geboten zu haben“, zog Kai Seefried, Landrat des Landkreises Stade, im Schlusswort sein positives Fazit. Nun sei es an der Zeit endlich ins Machen zu kommen.