Modularer Wohnungsbau Alternative für angespannten Hamburger Immobilienmarkt

Von Birte Linder

Flächenengpässe für Neubauprojekte sind am Hamburger Immobilienmarkt seit Jahren sowohl im Gewerbesegment als auch im Wohnungsbau präsent. Für Investoren und Bauträger steigen die Kosten, bezahlbarer Wohnraum ist in der Hansestadt vielerorts rar. Als Antwort auf dieses gesellschaftliche Problem werden alternative Baukonzepte in meinen Augen zukünftig eine immer größere Rolle einnehmen.

Im Fokus sehe ich dabei das Modell des seriellen beziehungsweise modularen Bauens: Es handelt sich um eine Vorgehensweise, bei der vorgefertigte Gebäudeteile nach Baustein-Prinzip ohne aufwändige Anpassungsarbeiten vor Ort zusammengesetzt werden. Obwohl die Ursprünge dieser Bauweise im gewerblichen Immobilienbau angesiedelt sind, ist modulares Bauen heute auch in der Wohnraumprojektierung möglich: Ein Großteil der arbeitsintensiven Fertigungs- und Montageprozesse wird in die sichere und wetterunabhängige Produktionsfabrik vorgelagert, sodass die Konstruktion auf der Baustelle wesentlich schnellere Fortschritte macht. Konkret bedeutet dies, dass sich die Erstellung eines Mehrfamilienhauses in konventioneller Bauweise nicht unter 15 Monaten realisieren lässt, in Modulbauweise gerade einmal vier bis acht Monate Bauzeit in Anspruch nimmt.

Anzeige

Nicht nur hinsichtlich der Konstruktionszeit fällt modulares Bauen positiv auf: Wohnimmobilien aus Serienbauweise sind dank standardisierter Abläufe wesentlich günstiger. Im Kontext spezieller Grundstückscharakteristika, hoher Kaufpreise und notwendiger Wirtschaftlichkeitsmaßnahmen wird modulares Bauen zur willkommenen Alternative, können auf diese Weise die Kosten eines Neubauprojektes doch um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Nicht zuletzt für den Mieter entstehen dadurch Wohnungen, die ein vergleichsweise niedriges Mietniveau bei durchweg hoher Gebäudequalität ermöglichen. Hier haben bereits mehrere Anbieter wettbewerbsfähige Konzepte entwickelt und erfolgreich umgesetzt.

Ich halte das serielle Bauen auf Basis von Modulen daher auch im Wohnungsbau nicht nur für ein Nischenprodukt, sondern einen nachhaltigen Lösungsweg. Sich verändernde Märkte fordern neue Ideen und die Loslösung von überholten Schemata, die für die Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen am Hamburger Immobilienmarkt dringend erforderlich ist.

Seit über fünf Jahren betreut Birte Linder als bereichsübergreifende Projektmanagerin bei Engel & Völkers Commercial Hamburg Investmentprojekte und Transaktionsprozesse. Bei der Beurteilung von entwicklungsfähigen Grundstücken kommt ihr vor allem ihre umfassende Erfahrung in der Steuerung unterschiedlichster Projekte zugute. Die Tätigkeitsschwerpunkte der Diplom-Immobilienökonomin liegen im Handling von Due-Diligence Aufgaben sowie diversen Beratungsaufträgen, insbesondere in den Bereichen Investment und Projektconsulting.