Gewerbegebiet Alter Postweg im Fünf-Jahres-Check

Wirtschaftsförderung in BuxtehudeDie Wirtschaftsförderung in Buxtehude ist vollständig in weiblicher Hand: Sabrina Neuwerk (von links), Karin Kahnenbley, Barbara Rode, Leiterin Kerstin Maack und Kirsten Böhling.

Große Bandbreite zwischen Industrie und Handwerk – So vielfältig ist die Wirtschaftslandschaft in Buxtehude.

Der Alte Postweg dürfte in früheren Jahren die Strecke gewesen sein, auf der die Postkutsche in die Estestadt hereinkam. Allerdings wird sich in jenen Jahren des von Hamburg aus gesehenen „wilden Westens“ kein Kutscher jemals vorgestellt haben, wie sich die Gegend in „ferner Zukunft“ entwickeln würde (immerhin liegt die Jahrtausendwende schon 16 Jahre zurück). Heute steht das Gewerbegebiet am Alten Postweg für eine Reihe namhafter Unternehmen der Industrie und des verarbeitenden Gewerbes sowie eine Vielzahl kleinerer, aber dennoch hochinteressanter Neuansiedlungen. Zu Zeiten der Postkutsche war Fliegen vermutlich noch ein Menschheitstraum, heute produziert Airbus in Buxtehude elektronische Kabinen-Kommunikationseinrichtungen und Passagier-Systeme – und hat mit der JH Aircraft GmbH demnächst sogar einen Nachbarn aus der Branche.

Airbus, Unilever, Bacardi, Claudius Peters, Synthopol, Lintec, Implantcast – für eine kleine Stadt mit 40 000 Einwohnern liest sich diese Liste absolut beeindruckend. Diese Unternehmen sind auf Wachstumskurs und investieren zum Teil in Millionenhöhe in Gebäude und neue Produktionstechnologien – ganz aktuell baut Implantcast ein neues Logistikzentrum. Die prominente Ansammlung dürfte zwar auch der Nähe zu Hamburg geschuldet sein, gleichwohl hat die Stadt hier die Weichen frühzeitig richtig gestellt und der Wirtschaft den roten Teppich ausgerollt. Beim Blick aus der Vogelperspektive wird die Dichte der Akteure deutlich. Jetzt liegt es an der Wirtschaftsförderung, die Balance bei der Flächenvergabe zu halten – einerseits müssen die vorhandenen Firmen Platz für Erweiterungen haben, andererseits stehen noch fast zehn Hektar zur Verfügung, auf denen sich neue Unternehmen ansiedeln können. Kerstin Maack, Leiterin der Wirtschaftsförderung in Buxtehude: „Wir achten darauf, dass unsere Bestandsunternehmen in ihren Entwicklungsmöglichkeiten nicht eingeschränkt werden.“

Felix-Wankel-Straße

Hier haben sich eine ganze Reihe von Firmen niedergelassen oder sind noch dabei, sich in Buxtehude einzurichten: Car Wash Buxtehude (Ecke Ostmoorweg), Kroll-Raumausstattung (siehe auch Seite 14), die Bauschlosserei Holst, die weltweit aktive Strauss Verpackungsmaschinen GmbH, die Motorklinik Hoops, spezialisiert auf die Instandsetzung von Verbrennungsmotoren aller Art, der Malereibetrieb Tobaben, die C.F.T.S. Handels GmbH (vertreibt online Fun-T-Shirts), Bellmann & Merkens (Heizung, Sanitär, Solar) und das Autohaus Tietjen (Skoda).

Philipp-Reis-Straße

Das Ingenieurbüro Brißke baut gleich um die Ecke an der Philipp-Reis-Straße, und die bereits eingangs erwähnte JH Aircrafts GmbH plant einen Neubau vor Ort. Auch hier in den Nebenstraßen des Alten Postwegs das Buxthehuder Phänomen: eine vielfältige Mischung, über die sich mancher Standort freuen würde.

Kerstin Maack: „Im Bereich der Felix-Wankel-Straße ist das Gewerbegebiet jetzt recht stark belegt, aber im äußeren Ring stehen quasi in direkter Industrienachbarschaft noch rund zehn Hektar vermarktungsreife Fläche zur Verfügung. Bei der Vermarktung spielen Qualität und Kontinuität bei der Auswahl von Unternehmen, die sich ansiedeln möchten, eine Rolle – das ist im Fünf-Jahres-Rückblick im Gewerbegebiet Alter Postweg gelungen.“

So geht es weiter

Intensive Verhandlungen mit weiteren Interessenten werden zurzeit geführt. So sind zwei Hektar in der Nachbarschaft zu Bacardi vermarktet. Weitere 1,6 Hektar an der Philipp- Reis-Straße sind reserviert. Für kleinteiligere Neuansiedlungen – um und ab 2500 Quadratmeter – stehen aktuell vor allem Flächen an der Philipp-Reis-Straße im Fokus. Die Wirtschaftsförderin: „Und nicht zu vergessen: Auch in Hedendorf und Ovelgönne haben wir noch qualifizierte Flächen in unseren Gewerbegebieten anzubieten, die wir nach individuellen Unternehmerwünschen entwickeln können.“ wb