Hier fühlen sich Firmen und Frösche wohl…

Foto: Bianca AugustinSamtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor Wolfgang Krause (zweiter von links) und der stellvertretende WLH-Geschäftsführer René Meyer (zweiter von rechts) bei der Bauabnahme des Gewerbegebietes Salzhausen-Oelstorf II. Foto: Bianca Augustin

WLH hat bei der Planung ein Gutachten zur Biodiversität der Leuphana Universität zugrunde gelegt

Mit diesem Gewerbegebiet setzt die Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH (WLH) neue Maßstäbe: Wenn Geschäftsführer Wilfried Seyer über Salzhausen-Oelstorf II spricht, dann fallen Begriffe wie Wasserläufe und Regenrückhaltebecken, Grünachsen und „Deichbau“. Tatsächlich ist auf Basis eines Gutachtens zur Biodiversität der Leuphana Universität Lüneburg ein Geländeplan erstellt worden, der das Überleben der Arten begünstigen soll. Was de facto eigentlich paradox ist, denn bislang war das neue Gewerbegebiet eine Ackerfläche, die aufgrund ihrer Topographie vor allem Probleme mit der Wasserableitung bereitete. Jetzt ist im Ortsteil Oelstorf ein parkähnliches Areal entstanden. Mit einem Augenzwinkern sagt Seyer: „Wir vertreiben keine Frösche – wir schaffen auch ihnen neuen Raum.“

Was amüsant klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Seyer: „Immer mehr Unternehmen achten bei der Ansiedlung sehr genau darauf, ob das Gebiet harmonisch in die Landschaft eingepasst ist und ökologischen Ansprüchen gerecht wird. Wir sind deshalb dabei, eine Gewerbeplanung neuen Typs zu realisieren und streben beispielsweise in der Gemeinde Stelle erstmals die Zertifizierung der Erschließung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB an. Damit betreten wir Neuland in der Entwicklerszene.“

Tatsächlich ist eine DGNB-Zertifizierung eine finanziell aufwendige Angelegenheit, die schnell Kosten im sechsstelligen Bereich produziert und sich deshalb für kleine Gewerbegebiete wie Oelstorf nicht rechnet. Trotzdem ist hier durch die Zusammenarbeit mit der Leuphana ein Vorzeigequartier entstanden – das sogar schon zu großen Teilen verkauft ist. Das Verhältnis von Grünflächen und reiner Gewerbefläche liegt bei 40:60 Prozent. „Das kann allerdings nicht zum Standard werden, sondern ist der besonderen Situation in Salzhausen geschuldet “, sagt Seyer „Ich bin schon gefragt worden, ob wir neuerdings Landschaften bauen. Nein, es bleiben Gewerbegebiete.“

Für den Wirtschaftsförderer steht fest: „Erfolg braucht auch Fläche.“ Gerade vor dem Hintergrund der Schaffung von wohnortnahen Arbeitsplätzen und den Ansiedlungsbestrebungen gehören Gewerbeflächen zur Daseinsvorsorge einer Gemeinde. Die WLH empfiehlt sich da als Partner, der mit Augenmaß vorangeht und ökologische Aspekte gezielt in die Konzepte einbezieht.

Das Gewerbegebiet Salzhausen-Oestorf II ist mit 1,1 Millionen Euro aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert worden. Dabei steht die Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur im Vordergrund. Die Salzhausener Salmatec GmbH, die Maschinen zur Pellet-Herstellung baut und weltweit vertreibt, hat bereits eine große Fläche erworben, um das Unternehmen zu erweitern. Mit drei weiteren Unternehmen ist die WLH in konkreten Gesprächen. Am 2. Juli soll das Gewerbegebiet offiziell eingeweiht werden. Seyer rechnet damit, dass die gemeinsame Investition von WLH und NBank schnell den gewünschten wirtschaftlichen Erfolg in der Region Salzhausen haben wird. wb

Web: www.wlh.eu