„Die einzig sinnvolle Alternative ist die Glasfaser“

Foto: Wolfgang BeckerReferierte beim Parlamentarischen Abend: Kai Uffelmann, Erster Kreisrat des Landkreises Harburg. Vorne: der MIT-Vorsitzende Wilfried Uhlmann. Foto: Wolfgang Becker

Gast beim Parlamentarischen Abend der MIT Mittelstandsvereinigung: Erster Kreisrat Kai Uffelmann

Als Kai Uffelmann im Juli seinen neuen Posten als Erster Kreisrat und Kämmerer des Landkreises Harburg antrat, konnte er zwar auf einen reichen Erfahrungsschatz aus diversen verantwortungsvollen Aufgaben zurückblicken, die Nordheide zählte jedoch nicht zu seinem vertrauten Terrain. Mittlerweile ist er „angekommen“, lebt mit seiner Familie arbeitsplatznah in Winsen und gab nun als Gastreferent beim Parlamentarischen Abend der MIT Mittelstandsvereinigung der Landkreis-CDU seine Sicht der Dinge preis. Eines seiner wichtigsten Themen: die Breitband-Versorgung – Titelthema in der September-Ausgabe von Business & People.

Laut Uffelmann ist die umfassende Versorgung des Landkreises Harburg mit schnellen Datenleitungen eine der wichtigsten Säulen der wirtschaftlichen Entwicklung. Die derzeit von Anbietern betriebene Ertüchtigung der Kabelverzweiger hält er jedoch lediglich für ein Intermezzo. Seine Ansage: „Die einzig sinnvolle Alternative ist die Glasfaser.“ Nur FTTH (Fiber To The Home) sei zukunftsfähig. Uffelmann lobte das Engagement von Pionieren wie Buchholz digital, die sich der Toptechnologie ohne Wenn und Aber verschrieben haben. Wermutstropfen: Um eine 95-prozentige Versorgung im Landkreis Harburg
sicherzustellen, müssten 70 bis 100 Millionen Euro investiert werden. Von Bund und Land seien etwa 15 Millionen Euro Förderung zu erwarten, allerdings gebe es noch immer keine Richtlinien. Uffelmann: „Zudem verfolgen Land und Bund unterschiedliche Ziele.“ Er hofft, dass nun endlich 2016 mit dem Ausbau des Netzes gestartet werden kann.


Der MIT-Vorsitzende Wilfried Uhlmann hatte in seinem Eingangsstatement vor fast 100 Gäste aus Wirtschaft und Politik auf den Hof Kröger in Wörme das Thema Flüchtlingspolitik aufgegriffen. Er erinnerte an die hungerbedingten deutschen Auswanderungswellen Richtung Amerika: „Die Menschen litten Not und wollten in das interessanteste Land. Heute sind wir das interessanteste Land.“ Sein Fazit: Die Grenzen dichtzumachen, sei keine Lösung. Es sei aber dringend nötig, eine aktive Integrationspolitik zu betreiben. Die Entwicklungshilfe müsse zudem neu strukturiert werden. wb