Direkt aus der Garage – „Sion“, das E-Auto mit Solarzellen-Haut

Botschafter in Sachen E-Mobilität: Anne-Sophie Scharrer, Marketing- und Event- managerin bei Sono Motors, und Christoph Birkel nach der Sion- Proberunde. Foto: Horst Piezug

hit-Technopark präsentiert Prototyp made in München

Viele erfolgreiche Unternehmensgründungen haben den gleichen Ursprungsort: eine Garage. So war es auch vor vier Jahren, als Laurin Hahn und Jona Christians, Gründer von Sono Motors, begannen, ein Elektrofahrzeug zu entwickeln. Der Prototyp des „Sion“ wurde jetzt im hit-Technopark in Harburg vorgestellt. Drei Tage lang hatten potenzielle Käufer die Chance, eine Probefahrt zu machen – das Interesse war riesig. Dem Vernehmen nach war der „Sion“ quasi ausgebucht. Was ihn so besonders macht: das Solarzellen-Kleid und der Preis. Für nur 16 000 Euro zuzüglich Batterie-Pack soll das E-Fahrzeug angeboten werden. Ein Schnäppchen angesichts der Preise, die für vergleichbare Fahrzeuge aufgerufen werden, und zugleich eine Art „Anti-Tesla“, wie Laurin Hahn sagt. Immerhin kostet die US-Ikone unter den Elektroautos um die 100.000 Euro

Als Anne-Sophie Scharrer, Marketing- und Eventmanagerin bei Sono Motors, die Vorstellung in Harburg begann, hatte der „Sion“ bereits einige Stopps hinter sich – in Paris, Brüssel, Amsterdam, München, Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf. Da passte Bostelbek als traditioneller Hamburger Auto-Standort bestens ins Bild. Im Schatten von Mercedes und auf dem Gelände des ehemaligen Tempo-Werks drehten die E-Fans ihre Proberunden. Scharrer beim Vor-Ort-Gespräch: „Die Tour läuft bestens. Wir haben bereits 2200 Reservierungen.“ Dabei gibt es den „Sion“ erst seit eineinhalb Jahren. Derzeit würden Gespräche mit einem europäischen Auftragshersteller geführt, so die „Sion“-Botschafterin. Ziel sei es, ab 2019 zu einem bezahlbaren Preis 5000 Elektrofahrzeuge pro Jahr auf den Markt zu bringen. Die Batterie soll maximal 4000 Euro kosten. Damit bliebe das Auto (Höchsttempo 140) im 
20 000-Euro-Rahmen. Und das bei einer Reichweite von 250 Kilometern sowie einer Schnellladezeit (auf 80 Prozent) von 30 Minuten, wie Scharrer sagt.

Sono Motors ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in München und beschäftigt zurzeit 
22 Mitarbeiter. Der „Sion“ fällt äußerlich vor allem durch seine Solarzellen-Haut auf. Sie soll bei Sonne etwa Strom für 30 Kilometer pro Tag erzeugen. Das Startup Sono Motors sieht sich nicht als Konkurrent der großen Namen in der deutschen Automobilindustrie. Anne-Sophie Scharrer: „Wir wollen niemandem auf den Schlips treten. Wir sehen uns eher als Nischenanbieter mit einer großen Leidenschaft für unser Projekt. Aber die Leute mögen das Auto und sind überrascht, wie groß es tatsächlich ist.“ Das Geld für die Entwicklung kam unter anderem durch eine Crowdfunding-Kampagne sowie den Einstieg von Investoren zusammen.

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Christoph Birkel, Geschäftsführer des hit-Technoparks: „Als Partner für technologieorientierte Unternehmen freuen wir uns, dieser völlig neuen Technik die Möglichkeit und den Raum zu geben, sich einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren.“ Mittlerweile ist die „Sion“-Karawane weitergezogen – nach Berlin, Wien und Zürich. wb