40 Jahre – Sieben Präsidenten

Arne Weber, Inhaber von HC Hagemann, Channel-Begründer, Investor und Visionär, hat die Geschichte der TUHH von Anfang an begleitet.

Als Hans Günter Danielmeyer, Gründungspräsident der Technischen Universität Hamburg, und ich in den Industriebrachen des Harburger Binnenhafens standen, stritten wir um die große Halle neben dem Palmspeicher: Die TUHH wollte ein Vorlesungsgebäude haben und wir wollten Flächen für einen Bauhof haben . . . Danielmeyer baute damals das Fundament für die heutige Universität.

1986 wurde Heinrich Mecking zum ersten Präsidenten der TUHH. Er stellte die Weichen für den Ausbau internationaler Kooperationen sowie die personelle und bauliche Weiterentwicklung der TUHH. Und er trieb die innere Organisation der jungen Technischen Universität voran. In dieser Zeit begann die intensive Kooperation zwischen HC Hagemann und der TUHH. Das erste gemeinsame Forschungsprojekt war die „Cementina“, ein Schiff aus Beton, das bei uns gebaut und an der TU erforscht wurde.

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1993 kam Hauke Trinks und wurde sofort eine Legende. Mit seiner einzigartigen Art sorgte er dafür, dass um ihn herum die spektakulärsten Ideen geboren wurden: Als er von einer längeren Allein-Expedition in die Arktis mit seinem Boot zurückkam, empfing ihn ganz Harburg mit Standing Ovations. Für Überraschung bei ihm selbst sorgten aber zwei als Eisbären verkleidete Personen, die sein Schiff kaperten, einer davon war ich. Danach brauchte es allerdings zwei Präsidenten, um das kreative Chaos wieder in geordnete Bahnen zu lenken . . .

Trinks‘ direkter Nachfolger Christian Nedeß war etwas verhaltener und warnte vor Besuchen des Harburger Binnenhafens, weil man „in dieser Gegend nachts Angst um sein Leben haben“ müsse. Das hielt die Leute zum Glück nicht davon ab, in Scharen das Restaurant Marinas zu besuchen. Denn plötzlich war es cool, den Ratten zuzusehen und dabei Champagner zu trinken. Und der Channel Hamburg wurde schlagartig bekannt!

Unter Edwin Kreuzer wurde viel an der Struktur geschraubt. Alle Studiengänge wurden auf Bachelor-Modell umgestellt und neue Forschungsschwerpunkte entstanden. In diese Zeit fiel die Idee der Aufschüttung Helgolands, die weltweit für Aufsehen sorgte. Die wissenschaftliche Unterfütterung des Masterplans stammte aus der TUHH – leider scheiterte die geniale Idee an einer Volksabstimmung.

Als Garo Antranikian 2011 Präsident wurde, durfte er nur kurze Zeit nach Antritt das neue Hauptgebäude am Schwarzenberg einweihen, in das er als leidenschaftlicher Feinschmecker natürlich auch eine mit Spenden finanzierte große Küche einbauen ließ. In seiner Zeit wurde die Wachstumsstrategie der TUHH maßgeblich vorangetrieben – schließlich platzte die Uni mit 7000 Studenten aus allen Nähten. Und falls er eines Tages nicht mehr forschen mag, eröffnen wir vielleicht doch noch ein Restaurant im Binnenhafen.

Und es muss eine Fügung gewesen sein, dass beim Architektenwettbewerb für den Hamburg Innovation Port im Jahr 2016 das Büro MVRDV aus Rotterdam den Zuschlag erhielt, denn nur zwei Jahre später ist jetzt mit Ed Brinksma ein Holländer an die Elbe gekommen, der nun die schöne Aufgabe übernimmt, das auch im Senat beschlossene Wachstum der TUHH umzusetzen. Wir freuen uns, dass die TUHH Ankermieter im Hamburg Innovation Port (HIP) wird. Dafür suchen wir auch gerne neue Flächen für unseren Bauhof . . .

HIP HIP HURRA und herzlichen Glückwunsch zum 40-jährigen Bestehen!