Roter Teppich für die Unternehmer von morgen

Nicht nur ein Herz für Gründer: Fedor Zimmermann (links), Regionaldirektor Lüneburg der Volksbank Lüneburger Heide eG, und WLG-Geschäftsführer Jürgen Enkelmann. Foto: Wolfgang Becker

Zehn Jahre Lünale: Fedor Zimmermann (Volksbank Lüneburger Heide eG) und WLG-Geschäftsführer Jürgen Enkelmann über eine grenzüberschreitende Erfolgsgeschichte

Gründer und Startups haben derzeit Hochkonjunktur. Die Begriffe werden zwar oft in einem Atemzug genannt, aber es gibt deutliche Unterschiede. Während sich Gründungen in allen Branchen gleichermaßen abspielen und auch Betriebsübernahmen zum Beispiel im Handwerk beinhalten, werden mit Startups neue Geschäftsmodelle verbunden, die in Ermangelung von Wettbewerb ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial versprechen. Das ist in etwa die Bandbreite einer umworbenen Spezis: dem Unternehmer von morgen, der vielerorts mit Preisen dazu animiert wird, seine Aktivitäten fortzusetzen. So auch in Lüneburg: Seit zehn Jahren ist der Gründerpreis in die Lünale eingebettet, ein Top-Event der Lüneburger Wirtschaft, zu dem die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit namhaften Preisstiftern und Sponsoren einlädt. Von Beginn an dabei: die Volksbank Lüneburger Heide eG, die gemeinsam mit der Sparkasse Lüneburg den Gründerpreis „Impuls“ und den Handwerkspreis stiftet.

Anzeige

Fedor Zimmermann, Regionaldirektor Lüneburg der Volksbank Lüneburger Heide eG, erläutert, dass es ungewöhnlich ist, dass zwei Wettbewerber gemeinsame Sache machen, aber er hat eine pragmatische Antwort parat: „Wenn es dem Wirtschaftsstandort Lüneburg nützt und für die lokale Wirtschaft sinnvoll ist, dann machen wir das.“

Zimmermann weiter: „Keine Veranstaltung hat so viele Väter wie die Lünale. Tatsächlich gab es den Impuls-Gründerpreis schon vor 2009. Da es uns wichtig war, auch das Handwerk zu berücksichtigen, wurde im Jahr 2011 der Handwerkspreis mit jährlich wechselndem Thema ins Leben gerufen. Heute kann ich sagen: Die Lünale ist wirklich eine tolle Veranstaltung, die wir gerne unterstützen.“

Und noch dazu ein Event mit tollen Preisträgern, wie Jürgen Enkelmann betont, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Lüneburg (WLG): „Gerade der Gründerpreis zeichnet sich durch vielfältige Geschäftsmodelle aus. Pro Jahr haben wir acht bis zehn Bewerber. Im zweiten Lünale-Jahr ging der Gründerpreis an das Unternehmen web-netz, gegründet von zwei Hamburgern, die in Lüneburg studiert hatten. Heute hat web-netz 100 Mitarbeiter und ist immer noch hier am Standort. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte.“ Auch die in den vergangenen Jahren prämierten Gründer Lorenscheit Automatisierungstechnik, Glander Farben & Wohnstore, Wattstunde und Vonmählen stehen für die Lüneburger Wirtschaftsdynamik, die im Rahmen der Lünale gewürdigt wird.

Ähnlich sieht es beim Handwerkspreis aus, den die Volksbank Lüneburger Heide eG ebenfalls unterstützt. Wobei hier immer ein Thema im Vordergrund steht. Im Jahr 2018 war es das „Handwerk als internationaler Dienstleister“. Der Preis ging an die Firma Energietechnik Packmohr GmbH aus Wrestedt, ein Meisterbetrieb, der europaweit im Einsatz ist (Heizung, Sanitär, Lüftung, Beleuchtungs- und Elektrotechnik, Smart home). Mittlerweile macht das Unternehmen mit seinen 23 Angestellten und vier Azubis mehr als die Hälfte des Jahresumsatzes im Ausland.

Über den Tellerrand schauen

Wer genau gelesen hat: Wrestedt hat mit Lüneburg allenfalls die Heide gemeinsam, denn der Ort liegt im Landkreis Uelzen. Fedor Zimmermann: „Das ist auch etwas Besonderes an der Lünale: Wir schauen über den Tellerrand. Damit haben wir auch das Gründerthema vorangetrieben.“ Das gilt auch für den vom Wirtschaftsforum Lüneburg e.V. verliehenen Mittelstandspreis. Den vierten Preis stiftet die Adank-Stiftung für die beste Gründungsidee. Außerdem wird in zweijährigem Rhythmus ein Preis in der Kategorie Lebenswerk verliehen.

Jürgen Enkelmann organisiert die Lünale mit seinem Team. Er sagt: „Neben den Preisstiftern ist auch das Engagement der Sponsoren sehr wichtig. Das Preisgeld in Höhe von 1500 Euro hat eher einen symbolischen Wert. Aber dadurch, dass wir die Preisträger auf die Bühne stellen, erreichen wir Aufmerksamkeit.“ Die Lünale ist ein großes Netzwerk. Da am selben Abend vier Preise verliehen werden, treffen Gründer auf Mittelständler und Handwerker auf Studenten mit neuen Geschäftsmodellen. Das zeichnet die Lünale aus. Das Format ist im Übrigen durchaus unterhaltsam. In Zusammenarbeit mit einem Lüneburger Konzertveranstalter und der Rote Rosen Studio Hamburg Serienwerft Lüneburg GmbH entsteht jedes Jahr ein Rahmenprogramm mit ambitionierten Nachwuchskünstlern und einer professionellen Moderation.

Schirmherr der Lünale ist der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Bei der Lünale-Premiere im neuen Castanea-Forum wurde er dieses Mal von seinem Stellvertreter, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, vertreten. Mit 400 Gästen stellte die Lünale einen neuen Besucherrekord auf. wb

https://www.luenale.de/