Wir sind IN-TIME!

Wolfgang BeckerDie Geschäftsführerin: Sylvia Gienow-Thiele ist insbesondere für den kaufmännischen Part verantwortlich. || Foto: Wolfgang Becker

Sylvia Gienow-Thiele setzt auf enge Mitarbeiterbindung und steht ihre Frau in einer Männerdomäne.

Sie ist die Frau in einer Männerbranche: Sylvia Gienow-Thiele leitet als Geschäftsführerin gemeinsam mit ihrem Mann Christoph Gienow die IN-TIME Transport GmbH in Buchholz. Wie fühlt sich diese Exotinnen-Rolle an? „Gut“, sagt Sylvia Gienow-Thiele und schränkt die Sichtweise von der Frau allein unter Männern gleich etwas ein. „Gerade im Lagerbereich werden wir zunehmend weiblicher und haben auch schon einige Vorarbeiterinnen. Und in der Verwaltung brauchen wir schon fast eine Männerquote“, sagt sie schmunzelnd. Wie berichtet, hatte IN-TIME vor drei Jahren einen Standortwechsel von Stelle nach Buchholz vollzogen. Dort hat das Logistikunternehmen ein markantes Gebäude in den Firmenfarben gebaut und konsequent auf Green Logistics getrimmt. Auf dem Dach ist eine großflächige Photovoltaik-Anlage montiert – Ziel: Stromerzeugung für den eigenen Fuhrpark, der sukzessive auf E-Mobilität umgestellt werden soll. Sylvia Gienow-Thiele berichtet in dieser Folge der B&P-Serie über die Firmenphilosophie und das gelebte Miteinander der IN-TIME-Familie.

Die manchmal etwas ruppige Art in der Transport- und Logistikbranche mache ihr nichts aus, sagt Sylvia Gienow-Thiele. Bereits ihr vorheriger Arbeitsplatz im Fahrzeugbau war eine Männerdomäne. „Man muss die Herren halt nehmen, wie sie sind. Und man muss natürlich Kreuz haben, sonst fällt man um“, sagt sie. Manches sei als Frau zum Glück auch leichter. „An den Hahnenkämpfen und diesem ganzen Männerwettbewerb brauche ich mich nicht zu beteiligen.“ Wichtig sei, „durch Fakten zu glänzen, sonst steht man schnell als kleines Mädchen da“.

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An einem Strang ziehen

Und Fakten schafft Sylvia Gienow-Thiele täglich – aktuell beim Thema Mitarbeiterbindung und Employer Branding. Dieser Bereich genießt bei den Buchholzern einen hohen Stellenwert. „Wir wollen zeigen, dass wir mit unseren 130 Mitarbeitern eine große Familie sind. Wir ergänzen uns und wissen, dass manche Familienmitglieder vielleicht auch einfach mal einen schlechten Tag haben und man sie dann etwas in Ruhe lassen sollte.“ Wichtig sei am Ende vor allem eines: „Wir ziehen alle an einem Strang! Und das macht unseren Erfolg aus.“
Sylvia Gienow-Thiele spricht dabei stets mit Bedacht und nicht in Phrasen: „Wir reden hier natürlich über ein Wunschbild, das es in einigen Bereichen erst noch zu erreichen gilt.“

Ziel dieses Weges sei es, „der beste Arbeitgeber der Region werden“. Aber Sylvia Gienow-Thiele ist dabei nicht naiv und singt kritiklos das „New Work“-Lied. „Ich finde die Ideen von Bodo Janssen sehr sympathisch, aber auf ein Unternehmen wie das unsere sind sie natürlich nur begrenzt anwendbar. Wenn es darum geht, dass ein Lkw von A nach B fahren muss, dann kann man nicht groß darüber philosophieren, ob und wie man diesen Job erledigen möchte“, sagt sie. In solchen Bereichen zeige sich ein guter Arbeitgeber eher darin, dass die Abläufe so mitarbeiterfokussiert wie möglich geplant werden. „Gerade heute hatte ich so einen Fall“, erzählt die Geschäftsführerin. „Ein älterer Fahrer hat mir mittels Zeichnungen anschaulich erklärt, wie viele Tonnen er täglich mit dem Hubwagen hin und her bewegen muss. Schließlich fassen unsere Fahrzeuge bis zu
33 Paletten, da kommt an einem Arbeitstag einiges zusammen.“ Nun sei es ihre Aufgabe, hier eine Lösung zu finden. „Früher gab es solche Fragen nie.“

Austauschen und nachrüsten

Bereits jetzt hat IN-TIME aber eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, die Wertschätzung für die Mitarbeiter ausdrücken. „Natürlich haben wir technische Ladehilfen im Einsatz. Zudem haben wir schon vor längerem ein internes Schulungsprogramm eingeführt, und dass es dank unseres Innovationsprogramms auch finanzielle Anreize für Verbesserungsvorschläge gibt, versteht sich von selbst“, sagt Sylvia Gienow-Thiele. Zudem dürfen sich die Fahrer immer über die neueste Technik freuen: „Wir tauschen die Lkw alle fünf Jahre aus, und wenn es sinnvoll ist, dann rüsten wir zwischendurch auch nach.“

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Nimmt man bei so vielen Themen denn eigentlich manchmal auch Arbeit mit nach Hause? „Nein“, sagt die Geschäftsführerin lachend, „das handhaben mein Mann und ich strikt, und dabei hat uns eine Ampel gute Dienste geleistet.“ Die Erklärung schiebt sie gleich nach: „Die stand in der Nähe unseres vorherigen Standorts in Stelle. Und unsere Abmachung war, dass wir bis zu der Ampel über Geschäftliches reden und danach dann nicht mehr.“ Bald wurde dieses Prinzip dann auch ohne Ampel-Hilfe durchgezogen. „Wenn ich mit meinem Mann etwas Berufliches besprechen will, dann mache ich mir mit ihm einen Termin aus und wir treffen uns in der Firma. Das Thema In-Time gibt es zu Hause nicht.“ top

>> Web: www.intime.info