Millionen gegen Hafen-Staus

: Immer wieder kommt es zu nervigen Verkehrsverstopfungen im Hafen, weil sich etliche Lkw vor den Terminals aufstauen. Die Hafensenatorin will jetzt Abhilfe schaffen. / Foto: Scheer

Hafensenatorin geht gegen Verkehrsinfarkt im Hafen von Bremerhaven vor: Das sind die Pläne

Von Klaus Mündelein

Täglich fahren bis zu 3.000 Trucks durch den Bremerhavener Hafen. Und an manchen Tagen scheinen die alle hintereinander in einem riesigen Stau zu stehen. Künftig soll mit der Verstopfung Schluss sein.

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Im Frühjahr kochte das Thema in Bremerhaven hoch. Rückstaus am Autoterminal blockierten immer wieder die freie Passage zu den anderen Terminals, wo die Container-Spediteure teilweise nicht mehr pünktlich ihre Schiffe erreichten. Die BLG geriet unter Druck und schuf am Grauwallring einen provisorischen Parkplatz, auf den unangemeldete Trucker geleitet werden, damit sie die Zufahrtsstraßen zum Autoterminal nicht verstopfen.

Die BLG hat stets betont, dass sie nicht für den Verkehr im Hafen zuständig sei, sondern Land und Stadt, die seit einiger Zeit an einer Vorstaufläche für Lkw arbeiten. Der Druck auf die Politik zeigte Wirkung. Der Senat will Dienstag Mittel bewilligen, mit denen der Stellplatz für die Trucker 2023 gebaut werden kann.

Wie wird der Lkw-Parkplatz aussehen?

Es geht um eine 18.000 Quadratmeter große Fläche, die asphaltiert und mit einem begrünten Bereich umrandet ist. Bis zu 73 Sattelzüge sollen Platz finden. Auf drei Teilflächen sind sanitäre Anlagen und Aufenthaltsräume für die Fahrer geplant. LED-Leuchten sorgen für Licht.

Wo liegt der Parkplatz?

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Er wird an der Nordseite der Weserportstraße gebaut, direkt an der Cherbourger Straße. Er liegt damit in Nachbarschaft des künftigen Gewerbegebiets „Weserportstraße“, das 6 Hektar groß werden soll. Die Nähe zum Lkw-Stellplatz soll helfen, die Flächen zu vermarkten. Es gebe bereits Interessenten, sagt Bremerhavens Wirtschaftsförderer Nils Schnorrenberger. „Als Zielgruppe für die Ansiedlung ist kleinteiliges Gewerbe vorgesehen. Es ist angedacht, die Gewerbefläche in Grundstücksgrößen von etwa 5.000 Quadratmeter aufzuteilen.“

Wer baut und wer betreibt den Stellplatz?

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS plant und baut das Projekt. Für den späteren Betrieb wird die Hafengesellschaft Bremenports zuständig sein.

Wann wird der Parkplatz die ersten Lkw aufnehmen können?

Mit dem Bau der Anlage soll es im ersten Quartal 2023 losgehen. Die ersten Trucks können dann Ende des Jahres vorfahren.

Was kostet das Projekt?

Der Senat wird Dienstag rund 2,5 Millionen Euro bewilligen für Planung und Bauarbeiten.

Wird der Platz reichen?

Laut Senatsvorlage wird mit der Stellfläche der von Bremenports ermittelte Bedarf abgedeckt.

Wie groß ist das bisherige provisorische Pre-Gate der BLG? Und was passiert damit?

Das Pre-Gate hat die BLG am Grauwallring angemietet. Es soll auf 15.000 Quadratmeter Platz für rund 100 Lkw bieten. Noch ist unklar, wie es später damit weitergeht. „Über unsere Pre-Gate-Fläche werden wir zu gegebener Zeit entscheiden“, sagt BLG-Sprecherin Julia Wagner.

Welche Probleme sollen gelöst werden?

Im Hafengebiet fehlt es an Parkflächen. Dazu kommen Abfertigungsprobleme mit Rückstaus an den Terminal-Gates. Betroffen sind Berufsfahrer und Hafen-Unternehmen, aber auch Autofahrer, die in angrenzende Wohngebiete und Gemeinden fahren. Stauen sich Autos und Lkw auf den Bahnübergängen, ist auch der Eisenbahnverkehr betroffen.

Was erwartet die Politik?

Hafensenatorin Claudia Schilling (SPD) verweist darauf, dass im Frühjahr der Bedarf für eine Vorstaufläche offenbar geworden war. „Daraufhin haben wir uns dieser Situation mit Hochdruck angenommen“, sagt sie. Und: „Ich gehe davon aus, dass sich damit die Verkehrssituation im Überseehafen in absehbarer Zeit deutlich entspannen wird.“