AGA Unternehmensverband: Norddeutsche Händler und Dienstleister noch immer in der Krise

Jedoch leichter Optimismus spürbar – Unternehmen fahren Investitionen zurück

Die norddeutschen Unternehmen aus Handel und Dienstleistung stecken auch im 2. Quartal 2020 in einer tiefen Rezession. Der Umsatz fiel um nominal 5,0 % (real: -5,3 %) – nach einem nominalen Umsatzminus von 1,1 % (real: -1,7 %) im Vorquartal. Doch es gibt erste Hinweise auf eine Besserung bis zum Jahresende. Das ist ein Ergebnis der Befragung, die der AGA Unternehmensverband zwischen dem Mitte Juni und Anfang Juli 2020 unter den norddeutschen Unternehmen durchgeführt hat.

Der AGA-Indikator konnte sich gegenüber dem 1. Quartal 2020 etwas erholen und stieg von 67,5 auf jetzt 73,6 Punkte. Im 1. Quartal war der Indikator von 103,9 um mehr als 36 Punkte abgestürzt – ein historischer Tiefststand. Damit befindet er sich aber immer noch unter dem Jahresdurchschnittswert von 2009, als der Indikator in Folge der Finanzkrise auf 74,6 Punkte gefallen war.

Die norddeutschen Händler und Dienstleister blicken aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie immer noch sehr zurückhaltend in die Zukunft, sind aber etwas optimistischer als im Quartal zuvor: Bis zum 31. Dezember 2020 erwarten 48 % der Unternehmen einen Umsatzrückgang (Vorquartal: 80 %), nur 19 % rechnen mit steigenden Umsätzen (Vorquartal: 3 %). 49 % prognostizieren sinkende Gewinne (Vorquartal: 79 %), nur 5 % der Betriebe gehen von höheren Gewinnen aus (Vorquartal: 3 %).

Anzeige

„Insgesamt ist die Lage weiterhin schlecht und die konkrete Betroffenheit ist von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich. Die Ergebnisse der Befragung bestätigen, dass die Rettungsmaßnahmen und Konjunkturhilfen Wirkung zeigen und es langsam wieder aufwärts geht“, sagte AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse heute bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage. „Wir müssen das Einhalten der Schutzmaßnahmen mit ökonomischem Einfallsreichtun und Einsatzfreude verbinden. Dann wird sich die Wirtschaft wieder gemeinsam und gegenseitig vorwärts bringen.“

Ergänzend zur Konjunkturanalyse hat der AGA seine Unternehmen danach gefragt, welche Auswirkungen die Pandemie auf ihre Investitionen haben. Das Ergebnis: Die Pandemie verändert auch das aktuelle Investitionsverhalten der Unternehmen. 41 % der Betriebe investieren weniger als vorgesehen, nur 5 % mehr. Bei 54 % hat die Krise zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Auswirkungen auf die Investitionen.

Darüber hinaus hat der AGA auch nach den Herausforderungen in der Corona-Krise gefragt. Dabei ergab sich, dass die größte Schwierigkeit für 62 % der norddeutschen Unternehmen die geringere oder ausbleibende Nachfrage nach den Produkten/oder Dienstleistungen ihrer Branche ist. 56 % antworteten mit Planungsschwierigkeiten im weiteren Sinne und 32 % mit Ausfällen von Mitarbeitern (Krankheit, Kinderbetreuung o.ä.).