fish international 2020 zeigt Aquakultur-Trends

Foto: W. HeumerFoto: W. Heumer

Thema: Nachhaltige Erzeugung und Tierschutzstandards

Aquakultur-Trends und -Perspektiven gehören zu den großen Themen der fish international 9. bis 11. Februar 2020 in der MESSE BREMEN. Zum Beispiel geht es in SCOPE-Workshops um nachhaltige Erzeugung und Tierschutzstandards, neben bekannten Branchengrößen haben sich viele Erstaussteller angemeldet und diverse neue Projekte gehen an den Start. Die SCOPE-Workshops zu Sustainability, Chance, OPportunity und Enhancement (Nachhaltigkeit, Chance, Möglichkeit und Weiterentwicklung) hatten auf der fish international 2018 Premiere. In diesem Jahr können Partner gezielt Kunden in die SCOPE Lounge einladen, um zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen.

Nachhaltigkeit und Tierschutz in der Fischproduktion

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Das nutzt etwa der Initiativkreis Tierschutzstandards Aquakultur mit rund 30 Mitgliedern aus Fischzucht, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Lebensmittelhandel und Tierschutz. Der Kreis will Mindestanforderungen an eine tierschutzkonforme Aquakultur formulieren. Das diene der Produktqualität, reagiere aber auch auf die Ansprüche der Verbraucher, so Projektkoordinator Stefan-Andreas Johnigk: „Zwar gelten in Deutschlands schon recht strenge Auflagen, aber für Erzeugerländer gilt das nicht. Und auch bei uns tut sich immer wieder einmal Forschungsbedarf auf.“

Die Gruppe hat fünf Aspekte im Fischproduktionsprozess ausgewählt, für die Empfehlungen entwickelt werden – und dass diese Gewicht entfalten werden, ist wahrscheinlich: In der Runde vertreten sind „zwei Drittel des hiesigen Lebensmitteleinzelhandels, der ja nicht nur in Deutschland einkauft“, so Johnigk. Zunächst hat sich die Runde die Tötung von Forellen und Karpfen vorgenommen: „Die Betäubung vor der Schlachtung unterliegt vielerorts nicht so klaren Auflagen wie in Deutschland.“

Fragen der Nachhaltigkeit beschäftigen auch die niederländische Firma Veramaris. Das Unternehmen produziert ein Algenöl, das den Angaben zufolge besonders reich ist an den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA – und diese benötigen nicht nur die Menschen, sondern auch Fische. „Die Aquakultur kämpft mit Omega-3-Engpässen“, berichtet Gaëlle Husser, Global Business Development Manager bei Veramaris. „Wir bieten der Aquakultur mit unserem Algenöl eine zusätzliche Quelle an Omega-3 und sichern damit jederzeit die Versorgung.“ In Deutschland hat als erstes Unternehmen Kaufland „nachhaltig gefütterten Lachs“ ins Sortiment aufgenommen. „Wir suchen aber noch weitere Partner und dafür wollen wir die SCOPE Lounge nutzen.“

Neue Aussteller und erste Riesenzackenbarschzucht

Unter den Ausstellern sind neben großen Firmen wie Aquacultur Fischtechnik und dem Filterspezialisten water-proved zum Beispiel zwei niederländische Unternehmen: die VGE International dabei, die auf Desinfektion mit UV-C-Filtern spezialisiert ist, und der Futtermittelhersteller Alltech coppens. SEAWATER Cubes aus Saarbrücken wiederum bietet kompakte Kreislaufanlagen für die Seefisch-Zucht an, die in jeweils drei ausgedienten Standard-Schiffscontainern Platz finden.

Zur Produktion modularer Meerwasser-Anlagen ist auch das Unternehmen neomar, Teil der Sander-Gruppe, übergangen. Neue Wege geht es zudem mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven. Mit Bundesförderung bauen die Partner ab Juni 2020 eine Pilotanlage für tropischen Riesenzackenbarsch auf, der hierzulande noch unbekannt ist, aber für sein festes, weißes Fleisch und seine grätenfreien Filets gerühmt wird. „Auch unter Zuchtgesichtspunkten ist der Fisch optimal: Er wächst sehr schnell und ist enorm robust, also recht unempfindlich gegen Krankheiten“, sagt neomar-Geschäftsführer Dr. Bert Wecker. Zugleich wollen die Partner mit dem System Salzpflanzen züchten und als Meereskräuter für die Spitzengastronomie vermarkten.

Mehr Infos: www.fishinternational.de