Hafengesellschaft Bremenports stemmt sich gegen den Fachkräftemangel

Foto: Langer/BremenportsBei der Hafengesellschaft Bremenports gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Tätigkeiten. || Foto: Langer/Bremenports

Ziel: Attraktiv für neue Mitarbeiter.

Von Christoph Bohn

„In den nächsten vier Jahren stellen wir pro Jahr bis zu 50 neue Leute ein“,

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sagt Robert Howe, Geschäftsführer von Bremenports. Dabei gehe der Bedarf durch alle Bereiche: von der Verwaltung bis zu den technischen Berufen und solchen bei der Hafeneisenbahn. Und die Zahl der Arbeitsplätze bei Bremenports hat sich sogar erhöht. Von etwa 350 im Jahr 2013 auf heute rund 400.

Bremenports habe früh angefangen, sich auf den Fachkräftemangel und daraus resultierenden Personallücken vorzubereiten. „Das war mir wichtig, als ich in der Geschäftsführung angefangen habe“, sagt Howe. Ältere Studien hätten davor sogar einen sinkenden Personalbedarf prognostiziert. Doch die folgenden Untersuchungen hätten dann gezeigt: Es werden Mitarbeiter gebraucht. Genauer gesagt: Mitarbeiter-Kapazitäten (MAK). „Denn nicht jeder Mitarbeiter möchte oder kann in Vollzeit arbeiten“, erläutert Howe.

Und so hat Bremenports mittlerweile auch zugeschnittene Arbeitszeiten, beispielsweise auch 30 Stunden oder weniger. „Wir bieten heutzutage 50 verschiedene Arbeitsverträge an“, berichtet Howe, der stolz auf die Flexibilität ist. Das mache einen guten Arbeitgeber aus, ist er überzeugt.

Doch auch neben den Arbeitszeiten kümmere sich Bremenports um seine Mitarbeiter. So beteilige man sich an den Kosten von Fitnessstudios und biete eine Menge Weiterbildungen an:

„Da geht es zum Beispiel um die richtige Balance zwischen Arbeit und Privatleben, um Anti-Stress-Seminare und um Konfliktmanagement“,

zählt Howe auf. Zudem gebe es ein Gesundheitsscreening, bei dem unter anderem Tipps zur richtigen Ernährung gegeben werden. Für neue Mitarbeiter und auch Azubis gebe es zudem Patenschaften. „Da helfen Kollegen und Azubis, die schon länger im Unternehmen sind, dabei, dass die neuen Kollegen gut ankommen.“

Die Maßnahmen werden von den Mitarbeitern gut aufgenommen. „Das lassen wir regelmäßig prüfen. Wir arbeiten hier mit der Universität Bremen zusammen“, erzählt Howe. Da werde beispielsweise abgefragt, wie zufrieden die Mitarbeiter sind, wo ihre Erwartungen liegen und wo Bremenports als Arbeitgeber noch besser werden müsse.

Und diese guten Arbeitsbedingungen will Bremenports bei der Suche nach Fachkräften auch präsentieren – und das nicht nur in dieser Region. „Wir sind dazu übergegangen, auch in anderen Regionen Deutschlands Stellenanzeigen zu schalten“, berichtet Howe. Das mache unter anderem im Eisenbahnbereich Sinn. Wer wisse in Nordrhein-Westfalen denn, dass es in Bremerhaven eine Hafeneisenbahn gebe mit tarifgebundenen Arbeitsplätzen – „und das in einer Region, wo man sonst nur Urlaub macht“, meint Howe. Zudem könne man mit den günstigen Kosten im Bereich Wohnen werben.

„Wir müssen dort unsere Stellenanzeigen schalten, wo die Leute sind.“ So könne ein Ingenieur durchaus aus Thüringen kommen.

Und auch beim Medium müsse man flexibel sein. „Das Internet mit seinen sozialen Netzwerken wird immer bedeutender“, sagt Howe. Auch dort müsse man präsent sein, wenn man um Fachkräfte werbe.

Ebenso wichtig sieht er das soziale Engagement. Bremenports kooperiere beispielsweise mit der Schule am Ernst-Reuter-Platz in Bremerhaven-Lehe. „Aber wir treten nicht als Sponsor für Vereine auf. Wir wollen vielmehr unsere eigene Arbeit präsentieren“, sagt Howe. Es bringe nicht mehr sehr viel, sich auf Messen zu präsentieren. „Wir müssen in die Schulen und die jungen Leute dort abholen. Wir müssen ihnen ihre Chancen bei uns aufzeigen“, betont der Bremenports-Chef.