Neujahrsempfang: Fischbahnhof-Ausbau im Plan

Foto: MasoratMelf Grantz, Petra Neykov und Henneing Harlos (v.l.n.r.) || Foto: Masorat

Neykov: Weitere Investitionen nötig.

Von Christian Heske

Der dritte Bauabschnitt des Forums Fischbahnhof im Bremerhavener Schaufenster Fischereihafen soll bis zum Windjammerfestival Sail im August fertig sein. Trotz eines knappen Zeitplanes gehe sie davon aus, dass das gelinge, sagte Petra Neykov, Geschäftsführerin der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG). Gleichzeitig benannte Neykov während des Neujahrsempfangs vor 220 Gästen im Fischbahnhof weitere Investitionsbedarfe im Fischereihafen: Viele der alten Packhallen müssten saniert werden.

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„Wir werden hier zur Sail auch ein eigenes Programm anbieten“,

kündigte Henning Harlos als Vorsitzender der Werbegemeinschaft Schaufenster Fischereihafen an. Der dritte Bauabschnitt des Fischbahnhofs schließe ab, was mit dem Neubau des Seefischkochstudios begonnen hat, erläuterte Neykov. Rund 3,8 Millionen Euro soll der abschließende Bauabschnitt kosten. Das Geld stammt aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) – 85 Prozent zahlt die EU, der Rest kommt vom Land.

Gleichzeitig investiert die FBG eine Million Euro an EMFF-Mitteln in einen Ersatz für die erfolglose Ausstellung „Expedition Nordmeere – Fischereiwelten Bremerhaven“.

„Wir haben Besucher gefragt, was ihnen bei der alten Ausstellung gefehlt hat“,

berichtete Neykov. Die neue Schau soll nun eine 360-Grad-Multivisionsshow werden und ebenfalls die Themen Lebensraum Meer, Fischerei und Fischwirtschaft behandeln. Für die Umsetzung mit ins Boot geholt hat sich die FBG dafür die Multimedia-Experten Peter Gössel und Kay-Rafael Stemmer aus Bremen.

Gestiegene Anforderungen an Hygiene-Standards und Zertifizierungen seien Gründe, warum die FBG Geld in die Hand nehmen müsste, um Packhallen zu modernisieren.

„Der Gebäudebestand ist in die Jahre gekommen, und wir wünschen uns Mittel für die notwendigen Sanierungen“,

gab Neykov zu bedenken. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Fischereihafen seien darauf angewiesen, sich mit ihrer Produktion in Hallen einmieten zu können. „Nicht jede Firma hat die Möglichkeit, einen eigenen Standort zu errichten.“

Positive Nachrichten aus dem Fischereihafen seien die neue Produktionsstätte von Sandor Seafood sowie die Erweiterung von Symex. Es freue sie außerdem, dass die Zukunft des insolventen Schiff- und Stahlbau-Unternehmens Heise mit rund 30 Arbeitsplätzen habe gesichert werden können. Der Wilhelmshavener Unternehmer Claus Philipp hatte den Betrieb in seine Firmengruppe integriert. Mit der Rudolph Schulze GmbH ist Philipp auf die Ausstattung von Schiffen und in der Industrie mit Elektronik und Elektrotechnik spezialisiert.

„Alle Heise-Mitarbeiter konnten ihren Job behalten, und der Betrieb ist weiterhin in der Hand eines mittelständischen Familienunternehmens“,

sagte Neykov.

Eine der größten Veränderungen der kommenden Jahre zeichnet sich mit dem geplanten Werftquartier rund um die ehemalige SSW-Werft am Rande des Fischereihafens ab. „Wir wollen das Gebiet in einem zweistufigen Verfahren im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs entwickeln“, sagte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD). Am 14. März sollen die bisherigen Planungen mit Bürgern erörtert werden. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung könnten dann im Sommer präsentiert werden.

Generell müsse die Stadt den vor Jahrzehnten erfolgreich eingeschlagenen Weg weitergehen, den Forschungsstandort auszubauen.

„Wir haben in Bremerhaven jetzt mehr Wissenschaftler pro Einwohner als München, Berlin oder Hamburg“,

meinte Grantz. Gleichzeitig dürfe man weder die engagierte Lebensmittelwirtschaft noch die maritime Wirtschaft als Standbeine aus den Augen verlieren: „Die Bundesregierung hat es mit der Offshore-Windenergie versemmelt“, sagte der OB. Er stelle sich nun hinter den von der Bundesregierung genehmigten Bau von drei Fregatten für Ägypten an der Unterweser. Die Firma Rönner baut die Schiffe als Unterauftragnehmer von Thyssenkrupp Marine Systems in den ehemaligen Weserwind-Hallen im Fischereihafen. „Wir brauchen auch Arbeitsplätze in dem Bereich“, betonte Grantz.