Landluft lernen in Echem

Foto: Wolfgang BeckerMartina Wojahn, Geschäftsführerin des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums Echem, in dem vollautomatischen Stall. Hier bestimmen die Kühe selbst, wann sie gemolken werden.

Ein Besuch im neu aufgestellten Landwirtschaftlichen Bildungszentrum für Viehhaltung

Echem? Wo, bitte, liegt Echem!? So eine Frage kann nur stellen, wer sich nie mit landwirtschaftlicher Nutztierhaltung befasst hat. Für niedersächsische Tierhalter – und nicht nur für sie – ist Echem das Mekka der Aus- und Fortbildung. Schon auf der Fahrt vorbei am Schiffshebewerk in Scharnebeck bei Lüneburg fallen wenige Kilometer später rechterhand inmitten von Wiesen und Feldern eine große nagelneue Stallanlage und eine Biogasanlage ins Auge. Und auch im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem, das gleich hinter dem Ortseingang liegt, wird kräftig gebaut. Rund 28 Millionen Euro haben die Niedersächsische Landwirtschaftskammer, das Land Niedersachsen, das Bundesinstitut für Berufsbildung und die EU investiert, um die gesamte niedersächsische landwirtschaftliche Aus-, Fort- und Weiterbildung für den Bereich Tierhaltung hier zu konzentrieren. Herausgekommen ist dabei das Modernste, was Landwirtschaft derzeit zu bieten hat.

Überbetriebliche Ausbildung


So viel Aufwand für ein paar Kühe und Schweine? Diese Frage sollte nicht ansatzweise aufkommen, denn tatsächlich bereiten sich in Niedersachsen 1800 Auszubildende auf ihre berufliche Zukunft in der Landwirtschaft vor. Mit Schwerpunkt Viehhaltung. Wer es in drei Jahren zum staatlich geprüften Landwirt schaffen will, der besucht nicht nur die Berufsschule, sondern belegt auch Kurse in Echem. Die überbetriebliche Ausbildungsstätte ist mit der modernsten Technik ausgestattet, die sich heutzutage in Ställen finden lässt.

Wenn Martina Wojahn, diplomierte Agrar-Ingenieurin und Geschäftsführerin der Ausbildungsstätte, „ihr“ Reich vorführt, ist volle Konzentration angesagt. Die quirlige 46-Jährige entstammt eigentlich einer Winzerfamilie an der Mosel, doch ihr Weg führte schließlich nach Niedersachsen und nach Echem.

„Wir bilden hier den landwirtschaftlichen Nachwuchs aus, haben aber auch viele Angebote für Verbraucher. Vereine, Verbände, Schulklassen – sie alle sind regelmäßig bei uns zu finden.“

Oder beispielsweise eine Gruppe von überwiegend privaten Schafhaltern, die hier im Schafstall lernen, wie so ein Schaf von der Gruppe im Gatter getrennt und schließlich geschoren wird. Normalerweise sieht das immer so einfach aus, ist es aber nicht.

Foto: Wolfgang Becker

Eine Gruppe von privaten Schafhaltern lernt die Schafschur – kein leichtes Unterfangen für Neueinsteiger. Foto: Wolfgang Becker