Engel & Völkers erwartet anhaltend hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen

Logistikpark in RadeNach wie vor im Aufwärtstrend: der Logistikpark in Rade. Foto: Wolfgang Becker

Industrie- und Logistikflächenumsatz wächst um 31,8 Prozent – Hamburger Süden weit vorn.

Der Markt für Industrie- und Logistikflächen (Vermietung und Verkauf) hat in Hamburg die Prognosen deutlich übertroffen. Mit einem Gesamtflächenumsatz von etwa 600 000 Quadratmetern im Jahr 2015 wurde das Vorjahresergebnis (455 000) um 31,8 Prozent übertroffen. Insbesondere die beiden Großabschlüsse von Edeka (rund 30 600 Quadratmeter) sowie durch die Still GmbH (etwa 25 000 Quadratmeter) haben die Marktentwicklung geprägt.

Starkes Jahr in Billbrook

„Auffällig war im zurückliegenden Jahr, das etwa 66 Prozent des gesamten Flächenumsatzes in der Stadt realisiert wurden“, sagt Tobias Heine, stellvertretender Bereichsleiter Industrie bei Engel & Völkers Commercial Hamburg. Aus Mangel an Alternativen haben einige Revitalisierungen ein zusätzliches Angebot geschaffen. Mit einer Steigerung um 17 Prozentpunkte auf 30 Prozent der Flächentransaktionen verzeichnet Billbrook im Hamburger Osten die auffälligste Entwicklung. Der Hamburger Süden folgt mit einem Umsatzanteil von 25 Prozent.

Spekulative Projekte

Nach wie vor attraktiv präsentiert sich auch das Umland mit Rade, Buchholz und Winsen. Dort wird beispielsweise aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage eine Fläche von insgesamt etwa 60 000 Quadratmetern spekulativ von Gazeley entwickelt. „Die Bereitschaft der Projektentwickler, ins Risiko zu gehen, hat zugenommen, ist allerdings bei Mieten von deutlich unter fünf Euro/Quadratmeter, der funktionalen Infrastruktur und der aktuellen Marktdynamik planbar“, ergänzt Heine. Mit einem Flächenabsatz von mehr als 80 000 Quadratmetern in den vergangenen zwei Jahren erweist sich der VGP Park in Rade als gutes Beispiel.

Bestandsobjekte teurer

Im zurückliegenden Jahr entfielen 62 Prozent des Flächenumsatzes auf Flächen mit mehr als 5000 Quadratmetern. Die höchste Verfügbarkeit in Hamburg haben Flächen zwischen 2500 und 5000 Quadratmetern. „Insbesondere im Hafen und in Allermöhe herrscht nahezu kein Leerstand“, erläutert Heine. Obwohl 71 Prozent der Unternehmen Flächen gemietet haben, haben die Nachfrage und der Kauf von Bestandsobjekten leicht zugenommen. Aufgrund des Objektmangels sind nach Erfahrung von Heine bei guter Lage und Objektqualität die Suchkunden auch bereit, die gestiegenen Preise zu bezahlen. Die Spitzenmiete (5,85 Euro/Quadratmeter) sowie die Durchschnittsmieten in jeweiligen Gebieten sind nahezu konstant geblieben.

Anhaltend hohe Nachfrage

Aufgrund einiger Großgesuche am Markt sowie der anhaltend hohen Nachfrage eines gesunden Branchenmixes erwartet der Marktexperte für das Jahr 2016 einen Flächenumsatz zwischen 500 000 und
550 000 Quadratmetern. hk