So geht es weiter im Harburger Binnenhafen 

Brueckenquartier-uebersicht-2Baustart im Frühjahr: Das hintere der beiden Gebäude, die die Lorenz Gruppe als Brücken-Quartier baut, soll vor allem Wohnungen und kleine Gewerbeflächen im Erdgeschoss beherbergen. Im Gebäude am Veritaskai wird der neue Edeka-Markt untergebracht. Visualisierung: Lorenz Gruppe

Versorgung gesichert: Edeka hat unterschrieben – Verhandlungen mit Hotel-Betreibern dauern an.

Auf diese Entscheidung hat nicht nur Frank Lorenz, Inhaber der Hamburger Lorenz Gruppe, lange gewartet: Der Harburger Binnenhafen bekommt mit Edeka einen lupenreinen Nahversorger. Das Einzelhandelsunternehmen hat unterschrieben und wird im Lorenz-Objekt Brückenquartier am Veritaskai 1800 Quadratmeter Fläche mieten – 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche, 600 Quadratmeter Lager und Sozialräume. Gegenüber, direkt am Lotsekanal, soll nach wie vor ein hochklassiges Hotel entstehen – dieses Vorhaben verfolgt Lorenz bereits seit geraumer Zeit. Der Beach-Club, der dort einige Jahre als Zwischennutzung betrieben wurde, ist mittlerweile abgebaut und soll möglicherweise am Treidelweg einen neuen Standort bekommen.

Gute Nachricht für Channel-Bewohner

Die Unterschrift von Edeka ist auch ein Signal an andere Investoren, die noch über freie Gewerbeflächen verfügen oder weitere planen. Zugleich bedient Lorenz die Wünsche der Bewohner im Binnenhafen, deren Zahl in den kommenden ein bis zwei Jahren deutlich ansteigen wird, da bis dahin große Wohnungsbauprojekte abgeschlossen sein werden. Das Wohnen am Kaufhauskanal, die Phoenix-Höfe und die Sahle-Wohnungen werden im Süden des Lotsekanals für Nachfrage sorgen. Auf der Schlossinsel sind weitere Wohnungen entstanden, und irgendwann dürfte auch die Marina fertig werden.

Dass Harburg nicht nur regional wahrgenommen wird, haben bereits große Investments gezeigt – etwa der Einstieg der Provinzial Rheinland in die Marina auf der Schlossinsel. Auch andere Wohngebäude sind bereits an Investment-Gesellschaften verkauft worden. Lorenz: „Für das Brückenquartier haben wir ebenfalls Anfragen von mehreren institutionellen Anlegern. Ich denke aber, dass das Wohngebäude eher für die Schaffung von Wohneigentum geeignet ist. Dort entstehen beispielsweise zwölf Wohnungen über drei Etagen.“ Rund 40 Millionen Euro kostet das Brückenquartier. Noch in diesem Jahr will Lorenz den Bauantrag für das rückwärtige Wohnhaus stellen. Baustart soll im Frühjahr sein. Im vorderen Haus sind Büroflächen und im Erdgeschoss Einzelhandelsflächen vorgesehen – für Edeka, wie nun feststeht. Auch im hinteren Haus können kleinere Gewerbeflächen vermietet werden. wb


Hanseviertel Lüneburg: Der Markt zieht an

Frank-Lorenz


Freut sich über den Baufortschritt in Lüneburg: Frank Lorenz.

Projektentwickler und Investoren müssen gute Nerven haben. Selbst wenn das Kapital derzeit fast von selbst in die Immobilien fließt, weil Zinsen auf dem Sparbuch nichts bringen und der Dax verdächtig hoch auf Berg- und Talfahrt ist, so ist die Vertriebsphase – beispielsweise für den Verkauf von Eigentumswohnungen und die Vermietung von Gewerbeflächen – nicht selten anstrengend. Über allem die Frage: Wie verkauft/vermietet sich das Objekt?

Frank Lorenz, Inhaber der Hamburger Lorenz Gruppe, kennt diese Phase zur Genüge. Dennoch ist das Marktverhalten auch für ihn immer wieder überraschend, wie vor zwei Jahren bei seinem Projekt Wohnen am Hafencampus im Harburger Binnenhafen, als binnen weniger Wochen mehr als 60 Wohnungen verkauft waren. Derzeit ist es wieder spannend, denn Lorenz baut zwei Häuser im Lüneburger Hanseviertel – ein Wohnhaus und ein Wohn- und Geschäftshaus am Tartuer Tor. Hier entstehen insgesamt 52 Wohnungen.

Das Richtfest für das Wohnhaus fand Anfang Dezember statt. Bereits im Vorwege zeichnete sich ab, dass der Markt anschlägt. Lorenz: „Die Gewerbeflächen sind zu mehr 50 Prozent vermietet. Wir haben bereits mehr als ein Dutzend Wohnungen sowie ein Penthaus verkauft. Der Markt zieht an – das merken wir an der steigenden Nachfrage.“ Die sich im Übrigen in der Regel dann erst richtig bemerkbar macht, wenn die Bauarbeiten fortgeschritten sind und die potenziellen Käufer ein Gefühl für den Raum bekommen, in dem sie künftig leben wollen. Ein Hauptmieter stand allerdings bereits zur Grundsteinlegung fest: Die Sparkasse Lüneburg eröffnet am Tartuer Tor eine neue Filiale. wb