„bio2pack“ – Ein starkes Signal gegen den Müll

Dr. Marc Köppen und Stephanie Druskath

Süderelbe AG managt „bio2pack“, das Netzwerk für alternative und umweltverträgliche Verpackungsmaterialien

Der Start ist gemacht: Beim Auftakttreffen des internationalen Kooperationsnetzwerks Biomaterialien und Bioverpackung „bio2pack“ der Süderelbe AG haben sich jetzt im Harburger Binnenhafen rund 30 zum Teil internationale Gäste über Herausforderungen und Impulse für Materialinnovationen in der Verpackungsbranche ausgetauscht. Die Süderelbe AG setzt sich in der südlichen Metropolregion Hamburg dafür ein, die Innovationskraft und Wertschöpfung der biotechnologischen Forschung zu erhöhen und eine Kommerzialisierung zu ermöglichen. Aus dieser Idee entstand „bio2pack“. Ziel ist die Entwicklung wertsteigernder Produkte und neuer Prozesse.

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Der anspruchsvolle Weg dahin braucht vor allem ein gutes Netzwerk, das durch den seit Juni dieses Jahres bestehenden Projektverbund „bio2pack“ gewährleistet wird und im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand des Bundes (ZIM) gefördert wird. Die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung sind einmütig der Auffassung, dass jetzt der rechte Zeitpunkt für neue, alternative Verpackungsmaterialien gekommen ist. Wer die aktuellen Berichte über schwimmende Plastik-Müllhalden in den Ozeanen verfolgt, wird dies bestätigen. Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG, freut sich über den Erfolg des ersten Netzwerktreffens: „Wir sind begeistert, dass wir zum ersten Treffen der Kooperationspartner viele teils internationale Gäste aus Industrie und Forschung begrüßen durften. Das zeigt die dringende Notwendigkeit eines solchen Projektes. Die Qualität des Netzwerkes ist hoch, zu einzelnen Forschungsvorhaben wurden bereits viele wertvolle Vorarbeiten identifiziert, die Großes für die Zukunft von ‚bio2pack‘ versprechen. Gleichzeitig haben die Vorarbeiten dazu beigetragen, ein einzigartiges Programm mit großem Mehrwert für die Teilnehmer zu bieten. Wir sind froh über den intensiven inhaltlichen Austausch und die entstanden Impulse. Denn das macht das Netzwerk ‚bio2pack‘ aus.“

Derzeit sind 14 kleine und mittelständische Unternehmen sowie vier Forschungseinrichtungen am Netzwerk beteiligt:

  • Aus Deutschland: 4e solutions GmbH, amynova polymers GmbH, BFSV Verpackungsinstitut Hamburg GmbH, FGW Fasergusswerk Polenz GmbH & Co KG, FreshPacking GmbH, Landpack GmbH, Uphoff GmbH / MWK Bionik GmbH, NFC GmbH Nettle Fibre Company, OceanBasis GmbH, RITTEC Umwelttechnik GmbH, Stone Paper Products GmbH. Forschungseinrichtungen: Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen (FILK), Leuphana Universität Lüneburg, Technische Universität Dresden, Technische Universität Bergakademie Freiberg.
  • Aus Österreich: Profümed GmbH und Vogelbusch Biocommodities GmbH
  • Aus Luxemburg: Molecular Plasma Group

»bio2pack« wird von der Süderelbe AG umgesetzt. Das Netzwerkmanagement übernehmen die Projektmanager Dr. Marc Köppen und Stephanie Druskath. Die erste Förderphase endet im August 2019. Drei weitere Förderjahre sollen sich in der zweiten Phase anschließen. Stephanie Druskath: „Ein wichtiger Punkt: Das Netzwerk ist selbstverständlich offen für weitere Unternehmen, die in dieses Thema einsteigen wollen. Das Bewusstsein auch bei den Endverbrauchern steigt – der Markt fordert alternative und vor allem umweltverträgliche Verpackungsmaterialien.“ Um welche Ansätze es konkret gehen kann, erläutert sie an einem Beispiel: „Die TU Berg­ akademie Freiberg erforscht und entwickelt Verpackungsmöglichkeiten aus nachwachsenden Rohstoffen wie Aprikosenkernmehl mit Hilfe des 3D-Drucks.“

Über das ZIM-Kooperationsnetzwerk »bio2pack«

Das Netzwerk »bio2pack« wird im Rahmen des »Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM)« vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. In einem integrierten Ansatz sollen ökologisch verträgliche Lösungen nach dem „cradle-to-cradle“- Prinzip in den Innovationsfeldern „Transportverpackungen“, „Verbundmaterialien“, „Fertigungstechnik“ und „Beschichtung“ mit gegenseitiger Unterstützung und im Verbund mit renommierten Forschungseinrichtungen entwickelt und umgesetzt werden. Die Vernetzung zwischen den Partnern und mit den Forschungseinrichtungen soll auch bei der späteren Vermarktung der entwickelten Produkte und Verfahren genutzt werden. Ziel des Netzwerks ist es, ein transparentes, innovatives Lösungsportfolio als Alternative zu herkömmlichen, erdölbasierten Kunststoffen aufzubauen.