Gründungsspezialist mit dem Hang zum Norden – Christof Starke ist neuer Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Landkreis Stade GmbH

Er ist der neue Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Stade GmbH: Christof Starke. Foto: Wolfgang Becker

Geboren in Bochum, studiert in Dortmund, gearbeitet in Hannover und nun Wirtschaftsförderer im Landkreis Stade: Mit Christof Starke hat die Wirtschaftsförderung im Landkreis Stade GmbH jetzt einen neuen Geschäftsführer, der schon einige berufliche Stationen hinter sich hat und von Haus aus Raumplaner ist. „Ich habe an der Technischen Universität Dortmund Raumplanung studiert. Als junger Diplomingenieur bin ich nach dem Studium dann sofort in den Bereich Wirtschaftsförderung eingestiegen und war zwei Jahre lang Gründungsbeauftragter im ‚dortmund-project‘, das von der Unternehmensberatung McKinsey gesteuert wurde.“

Die Westfalenmetropole Dortmund hatte 2000 eine konzertierte Aktion gestartet, um die fast 100 000 Jobs zu kompensieren, die durch den Niedergang der Montanwirtschaft verloren gegangen waren. Einem Bericht der Westfälischen Rundschau zufolge, war Dortmund die erste Stadt, die einen Schulterschluss wagte und gemeinsam mit McKinsey, Thyssen-Krupp AG und weiteren Partnern eine Initiative zur Stärkung der Wirtschaft startete. Ziel: Die Entwicklung Dortmunds zu einem führenden Standort für technologieorientierte Branchen wie Informationstechnologien, Logistik, Mikro-, Nano- und Biotechnologie voranzutreiben, wie die WR berichtet. Dem Vernehmen nach waren nach zehn Jahren 71 000 neue Jobs entstanden. In diesem pionierhaften Umfeld sammelte Christof Starke seine ersten Berufserfahrungen als Wirtschaftsförderer.

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Mit Starke, der jetzt in die Fußstapfen von Michael Seggewiß tritt, kommt ein Mann nach Stade, der das Thema Gründung aus dem Effeff kennt. In Hannover war er ebenfalls in diesem Bereich aktiv und arbeitete für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls zuletzt als Bereichsleiter Gründung und Entrepreneurship: „Ich finde es sehr spannend, mit jungen Unternehmern und potenziellen Gründern zu arbeiten, um Wege zu finden, die das Geschäft voranbringen“, sagt der 45-Jährige, der mit seiner Familie derzeit noch in Hannover wohnt, aber ganz klar den Hang nach Norden hat: „Wir fühlen uns im Norden einfach wohl.“

Berufliche Vita

Seine lange Station in Hannover ist auch aus einem anderen Blickwinkel interessant, denn die Wirtschaftsförderungsgesellschaft arbeitete sowohl für die Stadt als auch für das Umland. „In den Bereichen Gründung, Wachstum und Internationalisierung haben wir es damals geschafft, alle Akteure zusammenzubringen und ein gemeinsames Konzept für die Region zu entwickeln“, berichtet Starke von dieser Phase seines Berufslebens. Von 2017 bis 2018 war er danach für das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte RKW-Kompetenzzentrum in Eschborn tätig und an der Entwicklung von Lösungen für mittelständische Unternehmen zu den Herausforderungen der Zukunft beteiligt. Stichwort: Digitalisierung des Mittelstandes. Das RKW ist deutschlandweit in Landesvereinen organisiert, wurde bereits 1921 als „Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit in Industrie und Handwerk“ in Berlin gegründet und wird seit 1925 vom Bund gefördert. Ziel ist die Unterstützung mittelständischer Unternehmen in puncto Fachkräftesicherung, Innovationen und Unternehmensentwicklung. Was Christof Starke an seinem Job als Wirtschaftsförderer besonders gefällt: „Die Nähe zu den Unternehmen. Das schätze ich sehr.“ Wb