Alles unter Kontrolle: H2i sorgt für den optimalen Energieeinsatz

Foto: Wolfgang BeckerIm „Luna-Center“, dem ehemaligen Einkaufszentrum Wilhelmsburg, hat Peter Henning Bestands- und Neubautechnik zusammengeführt und ein H2i-System installiert. Allein die Erstellung des Konzepts hat etwa 300 Ingenieurstunden in An­spruch genommen, die Systemintegration etwa 450 Stunden. Hinzu kommen die Montage und die Inbetriebnahme – ein elektronisches Großprojekt mit einem jährlichen Energie­einsparungs­poten­zial zwischen 25 und 40 Prozent. Foto: Wolfgang Becker

Peter Henning über die „Tanzenden Türme“, das „Luna-Center“ und die herstellerunabhängige Gebäudeleittechnik

Wenn in Hamburg spektakuläre Neubauten entstehen, wird viel diskutiert: über Stadtplanung, Architektur, vielleicht auch den Architekten und selbstverständlich die Frage, ob denn dieser Bau wirklich in die Landschaft passt. Bestes Beispiel: Die „Tanzenden Türme“ von Hadi Teherani, deren dynamische Linien den Beginn der Reeperbahn im Hamburger Stadtteil St. Pauli markieren. Wie so ein Gebäude funktioniert, ist in den meisten Fällen Nebensache. Das gilt allerdings nicht für Peter Henning. Der innovative Geschäftsführer hat mit seiner Firma H2i dafür gesorgt, dass die Technik in den „Tanzenden Türmen“ systemübergreifend gesteuert wird. Heizung, Lüftung, Klima und Elektrotechnik – diese vier Komponenten senden Daten an einen H2i-Schaltschrank. Die intelligente Elektronik stellt eine energieeffiziente Harmonisierung der Komponenten sicher. Hier macht die Technik „gemeinsame Sache“.

„Ein Komplex wie die ‚Tanzenden Türme‘ erfordert eine permanente Optimierung der Steuerungstechnik – schon durch Nutzungsänderungen, die im Zuge von Neuvermietungen anfallen. Werden die Räume neu geschnitten, müssen Energieverbräuche anders zugeordnet werden, um eine korrekte Abrechnung zu gewährleisten. Das ist nur ein Beispiel“, sagt Peter Henning.

Ziel von H2i ist es, dem Kunden zu einem optimalen Energieeinsatz nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung zu verhelfen, indem die verschiedenen Systeme für Lüftung, Heizung und Klimatisierung miteinander vernetzt werden. Im „Luna-Center“ Wilhelmsburg haben Peter Henning und seine Mitarbeiter jetzt ein umfassendes H2i-Steuerungssystem eingebaut – dort werden Informationen aus rund 3500 Datenpunkten zusammengeführt: „Wir haben die Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik für Lüftung, Heizung und Klimatisierung um weitere Komponenten erweitert und verarbeiten auch die Daten aus den Bereichen Beleuchtungssteuerung, Jalousiesteuerung, Brandmeldetechnik, Sprachalarmierung im Notfall („Bitte verlassen Sie das Gebäude . . .“), Sicherheitsbeleuchtung, Strom-, Wärme-, und Wasserverbrauch wieder. Alle Informationen sind auf modernen Touchscreens abrufbar. Durch diese intelligente Gebäudeleittechnik ist ein energetisches Gesamtbild darstellbar.

Dazu verarbeitet die Steuerungstechnik Daten aus der zentralen Wetterstation auf dem Dach sowie diverser Sensoren und Messeinheiten im Gebäude. Zugleich steuert sie Motoren, Pumpen und Leuchten an, sendet Signale aller Art – das ganze Gebäude wird zu einem interaktiven Komplex mit einer messbaren Energiesparquote. Hinzu kommt: Gerade in großen Gebäuden lassen sich über die Steuerungstechnik Daten sortieren – pro Mieter, pro Etage, pro Bauabschnitt. Peter Henning: „Steuerungstechnik ist unser Kerngeschäft.“ Zu seinen Kunden zählen die Staatsoper in Hamburg, die Uni Hamburg, die Leuphana Universität Lüneburg, Bacardi in Buxthude, diverse Krankenhäuser wie die Uni-Klinik Eppendorf sowie die Kreiskrankenhäuser in Winsen und Buchholz. Und er betont: „Wichtig ist: Die H2i-Gebäudeleittechnik arbeitet unabhängig – wir sammeln einfach alle verfügbaren Daten und können alle Messgrößen verarbeiten. Wir sind als Anbieter neutral, der Kunde ist nicht von einem
System-Hersteller abhängig.“ wb

INFO: Das Prinzip

Im Kern geht es um die Harmonisierung der eingebauten Technik. Dazu sind in der Regel nur wenige physikalische Größen nötig: Lux (Lichtstärke), Temperatur, Feuchtigkeit und Wind. Bei einer effektiven Vernetzung der Datengeber ließe sich laut Peter Henning in vielen Fällen teure Energie sparen. Weniger Messfühler einzubauen, bedeutet eben auch weniger Wartung. Und: Er weiß aus Erfahrungswerten, dass sich Energieeinsparungen im zweistelligen Bereich erzielen lassen. Außerdem ließe sich die sogenannte historische Datenaufzeichnung von Gebäuden zentral abrufen, was wiederum dazu dienen kann, die Verbrauchswerte für die Abrechnung von Betriebskosten weiterzuverarbeiten. Bauherren und Investoren sollten wissen, dass sich die verschiedenen Gewerke auf der Baustelle ungenügend absprechen. Dieser unbefriedigende Zustand führte schließlich zur Gründung von H2i. Henning sagt: „Wir verkaufen Lösungen. Hier geht es vor allem um den Zusammenschluss der verschiedenen BUS-Systeme (Datenleitungssysteme und Steuerungskomponenten, d. Red.), die auf dem Markt genutzt werden. Programmierleistungen von H2i optimieren die Gebäudebewirtschaftung und minimieren die laufenden Betriebskosten über Jahre.“ wb

Web: www.h2i.tv