Autohaus Schmalzried: Aus zwei Unternehmen mach eins

Otto Stingl, Geschäftsführer des Autohauses SchmalzriedNeuordnung: Otto Stingl, Geschäftsführer des Autohauses Schmalzried, führt zwei Autohäuser zusammen und gleich auch noch eine neue Marke ein. Foto: Heumer

Zwei Unternehmen – zwei Welten. Beide miteinander zu verbinden, ist eine Herausforderung. Bei der Fusion des Autohauses Schmalzried mit der benachbarten Autoprofi Handels-GmbH hat Geschäftsführer Otto Stingl die Hürde noch ein Stück höher gelegt – und führt mit Ford auch noch eine neue Marke ein.

Am Anfang war es nur eine Veränderung an der Spitze. Gesellschaftsrechtlich sind die Autohäuser Schmalzried und Autoprofi schon seit längerem in einer Hand. „Als dann der Wechsel in der Geschäftsführung anstand, war die Zeit für eine gründliche Neuordnung gekommen“, erinnert sich Stingl an die Grundsatzentscheidung Anfang diesen Jahres. Auch wenn durch den Zusammenschluss keine Arbeitsplätze eingespart werden, liegt der Vorteil auf der Hand: „Insbesondere im Service, in der Auftragsdisposition und im Lager lassen sich die Abläufe optimieren, wenn man aus zwei eins macht“, ist Otto Stingl überzeugt.

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Qualitäten im Service bleiben

Allerdings ist der Zusammenschluss zweier Unternehmen im Automobilhandel und -service auch dann keine einfache Angelegenheit, wenn beide Häuser wie Schmalzried und Autoprofi Nachbarn sind. „In unserer Branche verhalten sich die Kunden eher konservativ“, weiß Stingl aus eigener Erfahrung – gerade als Geschäftsführer ist er auch im Servicebereich häufig aktiv mitten im Geschehen. Äußere Veränderungen nehmen die Kunden noch entspannt auf: „Aber es ist wichtig, dass sich die Qualität des Services nicht verändert.“ Ideal läuft es dann, wenn dem Kunden immer derselbe Ansprechpartner weiterhilft.

Dazu kommt, dass auch die Mitarbeiter, die zum größten Teil ja schon lange in den beiden Häusern arbeiten, die jeweiligen Abläufe verinnerlicht und gelebt haben. „Einerseits will und muss man bei einem Zusammenschluss die Abläufe verändern, andererseits dürfen die Einschnitte nicht zu gravierend sein“, beschreibt Stingl den Spagat. „Letztlich kann man sowohl bei den Kunden als auch bei den Mitarbeitern nur um Verständnis werben“, ist er überzeugt.

Vor allem im Interesse der Kunden werden sich die Abläufe im neuen Autohaus Schmalzried grundlegend verändern. Die Anfänge sind derzeit bereits auf dem Außengelände sichtbar, das komplett neu gestaltet wird. Klare Strukturen und eine deutliche Ausschilderung sollen den Kunden die Orientierung auf dem weiträumigen Areal erleichtern. Auch die Serviceannahme wird künftig zentralisiert, dennoch ist Otto Stingl wichtig: „Die jeweilige Markenkompetenz muss für den Kunden weiterhin erhalten bleiben, egal mit wem er spricht.“ In der Praxis bedeutet dies einen umfassenden Schulungsbedarf sowohl für den Verkauf als auch für die Beschäftigten in der Werkstatt.

Rückenwind aus Frankreich

Dass Veränderungen auch neuen Schwung mit sich bringen, hat Otto Stingl am Beispiel Opel als einer der Kernmarken seines Autohauses gesehen. Seitdem die Marke von General Motors zu dem französischen Automobilkonzern PSA gewechselt ist, verspürt er den Rückenwind aus Frankreich: „Opel hat immer gute Autos gebaut, die Qualität war nur durch die Diskussion um die Zukunft in den Hintergrund geraten.“ Jetzt sei deutlich zu erkennen: „Die Franzosen wollen und leben Opel.“ Mit Ford bekommt das vielseitige Autohaus an der Stresemannstraße nun noch eine weitere Qualitätsmarke hinzu, die insbesondere für Gewerbetreibende und Handwerker interessant ist. „Kein anderer Hersteller hat so eine breite Palette an Liefer- und Transportfahrzeugen wie die Kölner“, freut sich Otto Stingl. Dabei macht es nicht allein die Masse: „Jeder Fahrzeutyp ist tatsächlich komplett von Ford entwickelt und nicht von anderen Herstellern hinzugekauft worden.“ Die Integration der neuen Marke nimmt Stingl im laufenden Veränderungsprozess vor. „Das ist sicherlich nicht einfach“, sagt er: „Aber wenn wir uns neu aufstellen, wollen wir es auch gründlich machen.“ (heu)